
Lyophilisierte Peptide lagern: kalt, trocken, dunkel, verschlossen
Temperatur, Feuchtigkeit, Licht, Aufwärmen vor dem Öffnen, Portionieren: wie Hersteller die Lagerung lyophilisierter Peptide im Labor beschreiben.
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Lyophilisierte Peptide lagern Sie kalt, trocken, dunkel und fest verschlossen. Vor dem Öffnen lassen Sie das geschlossene Fläschchen im Exsikkator auf Raumtemperatur kommen, dann wiegen Sie zügig ab und verschließen es wieder. So beschreibt es der Peptidhersteller Bachem; JPT nennt ähnliche Temperaturen und rät ebenfalls zu trockener Lagerung. Nennen Etikett oder Analysezertifikat eigene Lagerbedingungen, gelten diese für das jeweilige Material.
Temperatur
Die Hersteller nennen leicht unterschiedliche Werte:
| Situation | Bachem | JPT |
|---|---|---|
| Längere Lagerung | unter −15 °C, tiefere Temperaturen bevorzugt, für die Langzeitlagerung −50 °C oder kälter | −20 °C bis −80 °C |
| Kurzfristig | Kühlschrank bei 4 °C ist akzeptabel | keine Angabe |
Gemeinsam ist beiden: Für die Lagerung über längere Zeit gehört das Lyophilisat in den Gefrierschrank. Bachem weist außerdem darauf hin, dass Peptide mit Asparagin, Glutamin, Methionin, Cystein oder Tryptophan nur begrenzt haltbar sind.
Feuchtigkeit
Peptide sind hygroskopisch, sie ziehen Wasser aus der Luft. Nach Bachem senkt aufgenommene Feuchtigkeit den Peptidgehalt und kann die Stabilität verringern. Das wirkt sich auch auf die Analytik aus: Wasser zählt zur Einwaage, aber nicht zum Peptid. Warum das für den Peptidgehalt wichtig ist, erklärt der Artikel HPLC-Reinheit.
Bachem beschreibt den Ablauf beim Entnehmen so:
- Das geschlossene Fläschchen aus der Kälte nehmen.
- Im Exsikkator auf Raumtemperatur kommen lassen, bevor Sie es öffnen.
- Die benötigte Menge zügig abwiegen.
- Das Fläschchen sofort fest verschließen und zurück in die Kälte stellen.
JPT empfiehlt zusätzlich, Lyophilisate mit Trockenmittel oder im Exsikkator aufzubewahren.
Licht und Sauerstoff
JPT rät, Lyophilisate dunkel oder in Braunglas zu lagern, damit Licht sie nicht zersetzt. Gegen Oxidation empfiehlt JPT luftdichte Behälter, am besten unter Vakuum oder unter Schutzgas wie Stickstoff.
Portionieren statt wiederholt auftauen
Jedes Öffnen setzt das Material der Umgebungsluft aus. JPT empfiehlt deshalb, trockene Peptide in Fläschchen für den einmaligen Gebrauch zu portionieren. Wiederholtes Einfrieren und Auftauen kann nach JPT durch Kondenswasser in kleinsten Mengen zum Abbau führen.
Wer eine größere Menge erhält, teilt sie also einmal auf und entnimmt danach jeweils ein ganzes Fläschchen. Die übrigen Fläschchen bleiben geschlossen.
Gelöste Peptide
Bachem rät davon ab, Peptide gelöst zu lagern, auch nicht steril und sauerstofffrei, weil sie sich langsam chemisch zersetzen. Wenn es nicht anders geht, sollen gelöste Peptide portioniert und unter −15 °C eingefroren werden.
Retest-Datum und Analysezertifikat
Ein Analysezertifikat kann ein Verfalls- oder Retest-Datum nennen. Die GMP-Leitlinie ICH Q7, geschrieben für die Arzneimittelherstellung, definiert das Retest-Datum als den Tag, an dem ein Material erneut geprüft werden soll, ob es noch geeignet ist. Nach ICH Q7 bestätigen Stabilitätsprüfungen die Lagerbedingungen sowie Verfalls- und Retest-Daten. Lagern Sie Material also so, wie Etikett oder Zertifikat es angeben. Welche Daten ein Zertifikat sonst trägt, steht in Ein Analysezertifikat lesen.
Nach dem Empfang
Novo Labo versendet mit DHL nach Deutschland und Österreich. Packen Sie die Sendung nach Erhalt aus und bringen Sie das Material in die Lagerung, die Etikett, Zertifikat oder die Herstellerangaben oben nennen. Alle Produkte werden ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke verkauft.
Quellen
- Bachem, Handling and Storage Guidelines for Peptides, abgerufen am 28.10.2026. Temperaturen, Exsikkator, zügiges Abwiegen, begrenzt haltbare Peptide, gelöste Peptide.
- Bachem, Care and Handling of Peptides, 23.01.2021, abgerufen am 28.10.2026. Lagerung unter −15 °C, Feuchtigkeit und Peptidgehalt.
- JPT Peptide Technologies, How to Store Peptides: Best Practices for Researchers, abgerufen am 28.10.2026. −20 °C bis −80 °C, Licht, Schutzgas, Portionieren, Einfrieren und Auftauen.
- ICH, Q7: Good Manufacturing Practice Guide for Active Pharmaceutical Ingredients, Fassung vom 10.11.2000. Glossar (Retest-Datum) und Abschnitt 11.5 (Stabilitätsprüfung).
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